Schwerpunkt: Verschwindenlassen

Aktivitäten im Rahmen des Projekts der Koalition gegen das Verschwindenlassen

Im Rahmen der „Koalition gegen das Verschwindenlassen“ fanden am 21. und 22. August 2024 in München sowie am 27. und 28. August 2024 in Münster die Workshops „Silhouetten der Hoffnung“ statt. Ziel des Projekts war es, durch partizipative Kunst eine Sensibilisierung und Information über die Realität des erzwungenen und unfreiwilligen Verschwindenlassens von Menschen zu erreichen.

Die Workshops sollten dazu beitragen, das Bewusstsein für diese schwerwiegende Menschenrechtsverletzung zu schärfen und Empathie zu fördern. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, wie in Deutschland Räume für Solidarität, Diskussion und Reflexion zu diesem Thema entstehen können. Ziel war es, die Bedeutung der Menschenrechte in den Vordergrund zu stellen und die Teilnehmer*innen zum Nachdenken über ihre eigene Haltung und die internationale Verantwortung anzuregen.

Die Aktivität bestand aus partizipativen Kunstworkshops, bei denen Jugendliche Masken aus recycelten Materialien herstellten. Diese symbolisierten die Betroffenen des erzwungenen Verschwindenlassens. Zusätzlich wurden in den Workshops Raum für Diskussionen und kollektive Reflexionen geboten, die von einer fachkundigen Person moderiert wurden. Der Workshop wurde von Jorge Hidalgo, einem erfahrenen Workshop-Leiter aus Kolumbien und Deutschland, geleitet.

Zeichen gegen das Vergessen: In Workshops mit dem Künstler Jorge Hidalgo entstanden „Silhouetten der Hoffnung“.

Durch die empathische Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Betroffenen wurde ein Gefühl der Solidarität und des internationalen Engagements geweckt. Zudem regte das Projekt zu intensiven Reflexionen und Diskussionen an, wodurch die Teilnehmer*innen ein besseres Verständnis für Menschenrechte und die Notwendigkeit von Solidarität entwickelten. Die Ergebnisse der Workshops wurden am 30. August 2024, dem Internationalen Tag der Opfer des erzwungenen Verschwindenlassens, in einer öffentlichen Ausstellung am Königsplatz in München präsentiert.

Parallel dazu wurde die Wanderausstellung „WO SIND SIE? KEIN MENSCH VERSCHWINDET SPURLOS“ gezeigt, die das gewaltsame Verschwindenlassen in Mexiko thematisiert. Auf 30 großen Schautafeln wurden exemplarische Fälle aus über vier Jahrzehnten dokumentiert – von den Verbrechen während des sogenannten „Schmutzigen Krieges“ bis in die Gegenwart. Durch diese künstlerischen und informativen Beiträge wurde das Schicksal der Verschwundenen sichtbar gemacht und ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Die Veranstaltung rief zur Solidarität mit den Angehörigen auf und forderte Gerechtigkeit für die Opfer dieses systematischen Unrechts.

Von Mai 2023 bis März 2025 haben wir intensiv und erfolgreich zum Thema Gewaltsames Verschwindenlassen gearbeitet, auch im Rahmen der gleichnamigen Koalition deutscher NGOs und Einzelpersonen. Diese Arbeit werden wir aufgrund fehlender Kapazitäten und Mittel vorerst nicht mehr fortsetzen. Einzelne Aktionen gerade auch in München werden wir nach Möglichkeit im Rahmen unseres Arbeitsschwerpunktes Erinnerungskultur immer wieder aufgreifen.

Die Ergebnisse der Workshops präsentierten wir bei einer Performance-Aktion zum Internationalen Tag gegen das Verschwindenlassen auf dem Münchner Königsplatz.
Die Ergebnisse der Workshops präsentierten wir bei einer Performance-Aktion zum Internationalen Tag gegen das Verschwindenlassen auf dem Münchner Königsplatz.

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