Wasserkraftwerk "Agua Zarca": Rückzug jetzt!

Voith Hydro ist gefordert Vertrag zu kündigen, Siemens muss Einfluss geltend machen

„Ein Rückzug Voith Hydros aus dem Projekt Agua Zarca wäre ein deutliches Signal, dass die Firmen internationale Kon­ven­tionen zum Schutz von Menschen und Umwelt endlich ernst nehmen. Mit einem Verbleib im Projekt und der Auslieferung der Turbinen würden Sie dagegen der Welt zeigen, dass Ihnen Profite wichtiger sind als Menschenleben“, schreiben die Nichtregierungs­or­ga­ni­sationen in ihrem offenen Brief. Er beinhaltet auch die Forderung nach Über­prü­fung aller Projekte von Voith Hydro auf die Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards.
Nichtregierungsorganisationen haben die Verantwortlichen des Joint Ventures Voith Hydro seit 2013 immer wieder auf die Menschenrechtslage im Kontext von "Agua Zarca" aufmerksam ge­macht, wie es in dem Brief heißt. Voith Hydro beharrte jedoch weiter auf dem Projekt und Siemens lehnte jegliche Mit­ver­ant­wortung ab.

Die international renommierte Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 von Unbekannten in ihrem Haus in La Esperanza, Honduras ermordet. Als Koordinatorin des „Indigenen und Volksrats von Honduras“ (COPINH) war sie eine der exponiertesten Personen in der Protestbewegung gegen das geplante Wasserkraftwerk „Agua Zarca“ in Honduras. Am 15. März 2016 wurde ein weiteres Mitglied von COPINH, Nelson Garcia, ermordet. Die Attentate bilden den vorläufigen Höhepunkt einer sich immer weiter zuspitzenden Eskalation von Gewalt zur Durchsetzung des Kraftwerks „Agua Zarca“ und circa vierzig weiterer Folgeprojekte in ganz Honduras.

Seit das Projekt „Agua Zarca“ 2011 bekannt wurde gab es friedliche Proteste der indigenen Lenca-Bevölkerung gegen das Kraftwerk, die immer wieder Ziel von gewalttätigen Repressionen durch staatliche Institutionen und private Sicherheitsfirmen waren. Im Jahr 2013 erschoss ein hondu­ranischer Unteroffizier vom Werksgelände der Betreibergesellschaft DESA aus den COPINH-Aktivisten Tomás Garcia. Berta Cáceres und weitere Mitglieder ihrer Organisation erhielten regelmäßig Morddrohungen und wurden dabei aufgefordert, ihre Proteste gegen "Agua Zarca" einzustellen. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Ulrike Lunacek, sprach deshalb am 8. März 2016 in einem offenen Brief an den honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández von einem „angekündigten Tod“ von Berta Cáceres.

 

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